Nach den 3. Hamburger Jazztagen 2006:
Die energetischen Highlights behielt sich das Festivalprogramm
jedenfalls für das Ende vor. Zunächst rupfte das Hamburger Doppeltrio
Eisenrot um die Posaunisten Heinz-Erich Gödecke und Christophe
Schweizer mit einer ebenso kruden wie umwerfenden Melange aus freier
Rhythmik und swingendem Untergrund jeden Rest von Besserwisserjazz aus
der Halle, bevor das ausgesprochen spielfreudige Septett um den
Schweizer Gitarristen Harald Haerter noch mal auf seine ganz spezielle
Art die Groovemaschine anwarf. Fetzig war das, mitreißend, ausufernd,
unaufhaltsam und wild. Und das ist bei den Hamburger Jazztagen
durchaus etwas Neues.
Entstehen von Musik beim Hören
Buchstäblich "Im Offenen" begann das Konzert des Hamburger Doppel-Trios Eisenrot, eher eine Vision des Hamburger Free Jazzers Heinz-Erich Gödecke als ein festes Ensemble: Zwei Bassisten, zwei Schlagzeuger, zwei Posaunisten. Vier längere Stücke, oder besser Arbeitsgrundlagen, hatten die sechs vorbereitet. Eine erfreuliche Überraschung, auch wenn das Tröten von Didgeridoos und tibetischem Horn gewöhnungsbedürftig war. Dennoch bleibt der starke Eindruck von Zuhören und Aufeinandereingehen, dem Entstehen von Musik beim Zuhören. Und die Freude daran, dem perkussiven Schamanen Dirk A. Dhonau von der Galerie aus beim lustvollen Spiel mit Muschelketten etc. zuzusehen.