Bildschirmausdruck von der Webseite der Band Eisenrot aus Hamburg, www.eisenrot.de

Das Konzept

Eisenrot - German Jazz: Christophe Schweizer und Heinz-Erich Gödecke

Zwei kongeniale Posaunisten haben sich in einer ehemals kulturarmen Stadt getroffen und stellten gegenseitig verblüffende Ähnlichkeiten fest. Ideenfähige Schlagzeuger und Bassisten mit qualitativ eigenwilligen Fähigkeiten brauchte man nicht zu suchen, wir kannten uns schon und sie freuten sich auf ein Spiel im Doppelpack. So entstand ganz natürlich ein Doppel-Trio.

Diese Musiker befeuern sich gegenseitig im Wechselspiel oder treiben Gleiches mit Gleichem voran.

Musik aus dem Hinterhof des Kopfes, aus alledem, was sich hier zusammengefunden hat. Jazz, Klänge zeitgenössischer Musik, Erinnerungen an traditionelle Musikkulturen von hier und fern durchkreuzen sich, verschmelzen zu einem neuen Ganzen. Das Jetzt als zweiseitiger Spiegel: tiefe Rückerinnerung und Blick auf die Zukunft treffen sich in diesem Moment.

Vorwärtstreibend entwickeln sich Spannungsbögen vom spannend geheimnisvollen Pianissimo anwachsend zu expressiven Bewegungen, die sich in Klangexplosionen entladen. Ein Wechselbad der Klangereignisse entsteht.

Das mag alles neu klingen, ist dabei aber dramaturgisch fesselnd und schlüssig auf einen klaren Nenner gebracht: neu und doch einfach zu hören; das ist möglich.

Bisher stand für die Avantgarde kritische Selbstreflexion und Kritik der Verhältnisse auf der Agenda; ebenso das Ablegen umklammernder Traditionen. Das schuf Freiräume. Jetzt kommt es darauf an, kreativen Nutzen zu ziehen, das Gewonnene zu gebrauchen: Neu gefundene und erfundene Techniken in Komposition und Improvisation anwenden, Kenntnis anderer Musikkulturen mit Bewußtsein umwandeln und einarbeiten. Denn die Welt hat sich wieder einmal geändert. Das Lebensgefühl macht hierauf bezogene Reaktionen notwendig, um auf Augenhöhe mit der Umgebung zu gelangen. Also das reale eigene Dasein zu bewältigen. Neue Horizonte, neue Ufer und Mut für neue Perspektiven sind notwendig. Ein bißchen Lebensmut dazu muß zeitgemäße Musik schon leisten.

Zusammen erfordert das Musiker mit weitgefächerten Kenntnissen und Fähigkeiten: zwei Schlagzeuger, die sich in der Spannweite von "Neuer Musik" bis groovenden Jazz auskennen, rhythmus-sichere, virtuose Bassisten mit eigenen solistischen Fähigkeiten; zwei Posaunisten, die nicht nur swingend phrasieren können, sondern zusammen das Arsenal der avantgardistischen Spieltechniken beherrschen: Zirkularatmung, Multiphonics, zahlreiche Geräuschbildungen, als würden Lippen ausgefranst.

Das alles in Kompositionen von Heinz-Erich Gödecke erfaßt und eingebaut. Zusammen ergibt sich ein dramaturgisches Ganzes als einem Kompositionszyklus, in dem sich die Einzelstücke jedes an seinem Ort und aufeinander bezogen zu einer Gesamtkomposition fügen.